Deutsches reich karte 1914

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Die politische Leitung des Reiches überließ der erste Deutsche Kaiser, Wilhelm I. , Weltkriegs das mit Abstand bevölkerungsreichste Land Mitteleuropas. Karte des Deutschen Reichs. Deutsches Kaiserreich ist die retrospektive Bezeichnung für die Phase des Deutschen Reichs Als dieser Erste Weltkrieg schließlich ausgelöst wurde, war das Reich in einen Mehrfrontenkrieg verwickelt. Die Bundesstaaten des Deutschen Reichs - (Kaiserreich) Anmerkungen zur Karte „Deutsches Reich – “: Das Königreich Preußen mit.

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Let's Play: Supremacy 1914 - "Großer Krieg" - Deutsches Reich#11 Ein weiterer Schwerpunkt war der Ausbau des Rechtsstaatesdessen Grundlagen teilweise bis in die Gegenwart Bestand haben. Sein Ziel war es, die Demokratie durch die Diktatur einer einzigen Partei, der NSDAP, und die grundsätzlich offene, bürgerliche Gesellschaft durch eine netent career definierte Volksgemeinschaft zu ersetzen. Der Grundsatz nulla poena sine lege wurde nach punktueller Missachtung ganz aufgegeben. In den folgenden Jahren wurden die Landstreitkräfte weiter verstärkt. Diese persönlichen Vollmachten bedingten eine grundsätzliche Rechtsunsicherheit der Bevölkerung in den Gebieten der Zivilverwaltung. Während des Kaiserreichs setzte nun eine neue Form staatlicher Sozialpolitik ein, die gleichzeitig ein wesentlicher Bestandteil der Entstehung des modernen Interventionsstaates war. Die Aufrechterhaltung war kompliziert, von Widersprüchen gekennzeichnet und labil. Nach einer kurzen Phase casino in elk city Arbeitslosigkeit führte die hohe Zahl von Einberufungen bald zu einem Arbeitskräftemangel. Diese Interpretation blieb im Kern auch während des Live Roulette | Bonus 400 € | Live.Casino.com Schweiz Reiches führend. Ingolstadt werder bremen - 14 Weltatlanten casino online slots free play Insbesondere der Generalstab bereits unter Helmuth Karl Bernhard von Moltke und später Alfred von Waldersee versuchte Einfluss auch auf politische Entscheidungen zu nehmen.

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Nach der Verabschiedung des Sozialistengesetzes begann Bismarck ab , die neue Zoll- und Finanzpolitik umzusetzen. Karte des Deutschen Reichs-Umgebung von Allenstein. Auch er wollte grundsätzlich nicht, dass die staatliche Autorität und die Einheit des Reiches durch andere ältere Mächte eingeschränkt werden könnten. Getragen wurde der Nationalismus von den Turn-, Schützen-, Sänger- und vor allem den Kriegervereinen. Viscount Haldane , Anfang in Berlin ergebnislos. Bismarck gelang es in den frühen er Jahren, die Staatsmacht zu stärken. In wichtigen Industriegebieten, wie dem Ruhrgebiet , waren die christlichen Gewerkschaften teilweise aber ebenso stark oder sogar stärker.

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Auch intern gab es Kritik etwa an den Ausnahmegesetzen des Kulturkampfes. Das heutige Deutschland ist völkerrechtlich mit dem Deutschen Reich des Jahres identisch, auch wenn sich Regierungsform und Staatsgebiet seither mehrmals geändert haben. Die deutsche Reichsgründung erfolgte mit Beginn der Wirksamkeit der neuen Verfassung zum 1. Dieses zentrale Parlamentsrecht war im Zeitalter des Rechtspositivismus von wachsender Bedeutung, beruhte das Regierungshandeln doch im Kern auf Gesetzen. Um als Abschreckungswaffe zu dienen, musste die Flotte eine beträchtliche Stärke haben. Diese mussten bei den Reichstagswahlen starke Verluste hinnehmen, während das Zentrum, die Linksliberalen und die Sozialdemokraten zulegen konnten.

Auch der Dienstleistungssektor gewann mit dem Ausbau des Handels und des Bankwesens wachsende Bedeutung. Das auch durch die französischen Kriegsreparationen nach verursachte Wirtschaftswachstum wurde durch den sogenannten Gründerkrach von und die ihm folgende langjährige Konjunkturkrise zeitweilig gebremst.

Trotz erheblicher politischer Folgen änderte dies nichts an der strukturellen Entwicklung hin zum Industriestaat. Kennzeichnend für den gesellschaftlichen Wandel waren ein rapides Bevölkerungswachstum , Binnenwanderung und Urbanisierung.

Die Gesellschaftsstruktur wurde durch die Zunahme der städtischen Arbeiterbevölkerung und — vor allem in den Jahren ab etwa — auch des neuen Mittelstandes aus Technikern, Angestellten sowie kleinen und mittleren Beamten wesentlich verändert.

Dagegen ging die wirtschaftliche Bedeutung des Handwerks und der Landwirtschaft — bezogen auf deren Beiträge zum Volkseinkommen — eher zurück. Allerdings behielt der Adel sein hohes Sozialprestige und konnte weiterhin seine dominante Rolle beim Militär, in der Diplomatie und der höheren Zivilverwaltung behaupten.

Als Zäsur gelten der Übergang zum Staatsinterventionismus Schutzzoll , Sozialversicherung sowie das Sozialistengesetz. Zweibund mit Österreich-Ungarn In seine Amtszeit fiel auch der — wenn auch erst später intensivierte — Einstieg in den überseeischen Imperialismus.

Allerdings spielten daneben auch andere, teilweise konkurrierende Akteure eine wichtige Rolle. Durch den Aufstieg von Massenverbänden und -parteien sowie die wachsende Bedeutung der Presse gewann zudem die öffentliche Meinung an Gewicht.

Nicht zuletzt darum versuchte die Regierung mit einer imperialistischen Weltpolitik, einer antisozialdemokratischen Sammlungspolitik und einer populären Flottenrüstung siehe Flottengesetze ihren Rückhalt in der Bevölkerung zu erhöhen.

Auch in der Innenpolitik gewann das Militär an Einfluss. Mit der zunehmenden Anzahl von Kriegstoten an den Fronten und der sozialen Not in der Heimat gefördert durch alliierte Seeblockaden begann die Monarchie an Rückhalt zu verlieren.

Erst gegen Kriegsende kam es zu den Oktoberreformen , die unter anderem bestimmten, dass der Reichskanzler das Vertrauen des Reichstages haben musste.

Schon bald darauf wurde in der Novemberrevolution die Republik ausgerufen , und die verfassunggebende Nationalversammlung in Weimar konstituierte das Reich als parlamentarische Demokratie.

Das heutige Deutschland ist völkerrechtlich mit dem Deutschen Reich des Jahres identisch, auch wenn sich Regierungsform und Staatsgebiet seither mehrmals geändert haben.

Die deutsche Geschichte des Jahrhunderts war bis zur Nationalstaatsgründung geprägt von vielfachen politischen und territorialen Veränderungen, die nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ab in eine neue Phase eingetreten waren.

Das Alte Reich , ein von den römisch-deutschen Kaisern geführtes vor- und übernationales Gebilde — seit Mitte des Die dem Wiener Kongress folgende, in der späteren Geschichtsschreibung als Vormärz bezeichnete Ära war geprägt von der Restaurationspolitik , die überstaatlich vom österreichischen Staatskanzler Clemens Wenzel Fürst von Metternich dominiert war.

Nationalstaatliche und bürgerlich-demokratische Bewegungen standen der Restaurationspolitik entgegen. Nach einem Jahrzehnt der politischen Reaktion Reaktionsära , in dem demokratische und liberale Bestrebungen erneut unterdrückt wurden, bildeten sich ab Beginn der er Jahre in den deutschen Staaten die ersten politischen Parteien im heutigen Sinn.

Diese Einvernehmlichkeit der beiden Mächte war jedoch nur von kurzer Dauer. Dieser erhielt eine bundesstaatliche Verfassung. Die süddeutschen Staaten nahmen am Krieg teil und traten zum 1.

Januar dem Norddeutschen Bund bei. Die drei Kriege zwischen und werden auch als deutsche Einigungskriege bezeichnet. September war der Weg für die Reichsgründung frei.

Bismarck begann mit den süddeutschen Staaten zu verhandeln. Zum anderen bedeutete der gestärkte monarchische Föderalismus eine Barriere gegen Tendenzen zur Parlamentarisierung.

In der deutschen Öffentlichkeit wurden Forderungen nach einer Annexion des Elsass und Teilen Lothringens erhoben, und Bismarck machte sich diese Forderungen zu eigen.

Letztere erleichterte Bismarck die Verhandlungen mit den süddeutschen Staaten, die in den Novemberverträgen mündeten. Gleichwohl musste er Zugeständnisse machen, die sogenannten Reservatrechte.

Überdies hielt es genauso wie Württemberg an einem eigenen Postwesen fest. Diese Benennung war staatsrechtlich von untergeordneter, symbolisch jedoch von erheblicher Bedeutung — die Erinnerung an das Alte Reich erleichterte die Identifikation mit dem neuen Staat.

November unterzeichnet König Wilhelm zum deutschen Kaiser vor. Bezeichnend für den Charakter des neuen Reiches war, dass die Vertreter des Norddeutschen Reichstages warten mussten, bis die Bundesfürsten ihre Zustimmung zur Kaiserwürde erklärt hatten.

Erst danach durften die Abgeordneten den König um eine Annahme der Kaiserkrone bitten. Dies stand im deutlichen Kontrast zur Kaiserdeputation von Bismarck warnte, dass die süddeutschen Monarchen dies kaum akzeptieren würden.

März kam es dann zu den ersten Reichstagswahlen. Die erste konstituierende Reichstagssitzung fand am Danach wurde die Verfassung vom 1.

Januar überarbeitet und am April verabschiedet; sie ist normalerweise gemeint, wenn von der Bismarckschen Reichsverfassung die Rede ist.

Die Unterzeichnung fand am Das Reichsmünzgesetz vereinheitlichte die deutschen Währungen, die Mark wurde als einheitliches Zahlungsmittel im Reich eingeführt.

Die neue Währung basierte auf dem Goldstandard. Die Grenzlänge betrug insgesamt 5. Entweder wird es von allen Nachbarn bedroht oder es bedroht alle Nachbarn.

Das Deutsche Reich hatte keine offizielle Nationalhymne und anfangs auch keine offizielle Nationalflagge. Die Verfassung des Deutschen Reiches vom Sie war zum einen ein Organisationsstatut , welches die Kompetenzen der Staatsorgane , durch die das Reich handelte, und sonstiger Einrichtungen des Reiches gegenseitig nach innen abgrenzte.

Sie legte andererseits die Zuständigkeit des Reiches gegenüber den Bundesstaaten fest. Hier folgte sie dem Prinzip der begrenzten Einzelermächtigung.

Das Reich durfte nur für diejenigen Angelegenheiten tätig werden, die dem Reich in der Verfassung ausdrücklich als Zuständigkeit zugewiesen wurden.

Im Übrigen waren die Bundesstaaten zuständig. Die Reichsverfassung verfügt über keinen Grundrechtsteil , der die Beziehung zwischen Untertan Bürger und Staat mit Verfassungsrang rechtlich näher ausgestaltet hätte.

Lediglich ein Benachteiligungsverbot auf Grund der Staatsbürgerschaft eines Bundesstaates Inländergleichbehandlung war normiert. Der fehlende Grundrechtsteil musste sich nicht zwangsläufig nachteilig auswirken.

Weil die Bundesstaaten in der Regel die Reichsgesetze vollzogen, wurden nur sie rechtseingreifend gegenüber dem Bürger tätig.

Januar einen Grundrechtskatalog. Dem entsprach, dass das Deutsche Reich ein Bundesstaat war. Seine Gliedstaaten hatten ausgeprägte Eigenzuständigkeiten, wobei ihnen zusätzlich über den Bundesrat eine bedeutende Gestaltungsfunktion auf Reichsebene zufiel.

Der Bundesrat war von Verfassungs wegen als der eigentliche Souverän des Reiches gedacht. Seine Kompetenzen waren dabei sowohl legislativer wie auch exekutiver Art.

Realpolitisch blieb seine Bedeutung als eigenständiges Machtzentrum aus verschiedenen Gründen allerdings beschränkt.

Der Kaiser führte den Oberbefehl über die Kriegsmarine und über das deutsche Heer über das bayerische Heer nur in Kriegszeiten. Insbesondere sah die Verfassung vor, dass der Kaiser, falls erforderlich, mittels des Heeres die innere Sicherheit wiederherstellen konnte.

Diese Konzentration der Kommandogewalt wurde oftmals in der Innenpolitik als Druckmittel eingesetzt. Die süddeutschen Königreiche Württemberg und Bayern behielten sich bei den Verfassungsverhandlungen Reservatrechte vor.

Der Reichskanzler war in diesem Machtgefüge der dem Kaiser verantwortliche Reichsminister, dem die Staatssekretäre unterstanden.

Das demokratische Defizit dieser Verfassung lag vor allem in der fehlenden parlamentarischen Verantwortlichkeit des Reichskanzlers begründet, den der Reichstag weder wählen noch stürzen konnte.

Erst im Oktober wurde die parlamentarische Verantwortlichkeit des Reichskanzlers im Rahmen der Oktoberverfassung eingeführt.

Das eigentliche Gegengewicht zu den verbündeten Regierungen, dem Bundesrat und zur Reichsleitung bildete der Reichstag.

Im Grundsatz war die Wahl geheim, wenn auch nicht unbedingt in der Praxis. Dies war im Vergleich mit anderen europäischen Staaten, aber auch mit dem Wahlrecht in vielen Bundesstaaten , ein besonderer demokratischer Zug der Reichsverfassung.

Die Legislaturperiode des Reichstages dauerte anfangs drei Jahre, nach fünf Jahre. Der Bundesrat konnte mit Zustimmung des Kaisers das Parlament jederzeit auflösen und Neuwahlen ausschreiben; die Initiative zur Auflösung ging in der Realität vom Kanzler aus.

Die Abgeordneten erhielten als Gegengewicht zum allgemeinen Wahlrecht keine Diäten. Die Abgeordneten hatten ein freies Mandat und waren nach dem Verfassungstext nicht an die Aufträge der Wähler gebunden.

Dieses zentrale Parlamentsrecht war im Zeitalter des Rechtspositivismus von wachsender Bedeutung, beruhte das Regierungshandeln doch im Kern auf Gesetzen.

Verordnungen der Regierung spielten nach der Entwicklung der Lehre vom Gesetzesvorbehalt nur noch nach parlamentarischer Ermächtigung eine Rolle.

Verwaltungsrichtlinien kam nur verwaltungsinterne Wirkung zu. Die Haushaltsdebatte entwickelte sich rasch zur Generaldebatte über das gesamte Handeln der Regierung.

Allerdings war die Entscheidungsmöglichkeit über den Militäretat, der den Hauptausgabeposten des Reiches bildete, begrenzt. Bis war der Etat ohnehin festgelegt und später sorgten die Septennate und später die Quinquennate für eine Begrenzung der Parlamentsrechte in diesem Bereich.

Damit war die politische Leitung des Reiches auf die Zusammenarbeit mit dem Reichstag angewiesen. Die verfassungsrechtliche Fiktion des Fürstenbundes entsprach somit nicht der Wirklichkeit.

Vielmehr stellte die Verfassung einen Kompromiss zwischen den nationalen und demokratischen Forderungen des aufstrebenden Wirtschafts- und Bildungsbürgertums und den dynastischen Herrschaftsstrukturen dar konstitutionelle Monarchie.

Die Verfassungsordnung war ein wichtiger Rahmen für die tatsächliche Herrschaftsordnung. Tatsächlich waren die in der Bismarckschen Reichsverfassung verankerten Institutionen wie der Reichstag oder der Kanzler für das politische System von zentraler Bedeutung.

Darüber hinaus gab es weitere Machtzentren, die von der geschriebenen Verfassung nur teilweise abgebildet wurden. So gut wie keine Erwähnung fand in der Verfassung etwa die Bürokratie.

Bei allen innenpolitischen Konflikten sorgte der bürokratische Apparat für Kontinuität. Gleichzeitig mussten die politischen Entscheidungsträger — auch Reichskanzler und Kaiser — mit dem Eigengewicht der höheren Beamten rechnen.

Neben dem Reichskanzler gab es keine regelrechte Reichsregierung. In den höheren Positionen auch der höheren Reichsverwaltung waren Protestanten ebenso wie Angehörige des Adels überrepräsentiert.

Politisch allerdings waren diese anfangs noch vergleichsweise liberal ausgerichtet. Erst eine langfristige Nachwuchspolitik sorgte auf längere Sicht für eine konservative Ausrichtung der höheren Beamtenschaft.

Die Verfassung garantierte dem Kaiser einen erheblichen Handlungsspielraum. Für die Entscheidungen der Monarchen spielten die verschiedenen kaiserlichen Beratungsgremien wie das Zivil- , Militär- und Marinekabinett wichtige Rollen.

Hinzu kamen der Hof und die engen persönlichen Vertrauten der Kaiser. Bereits mit Wilhelm I. Vor allem unter Kaiser Wilhelm II. Kaum zu unterschätzen ist auch der Wandel des Kaisers von einem Präsidenten des Bundes zu einem Reichsmonarchen.

Der Kaiser wurde zunehmend zu einem Symbol des Reiches. Unstrittig ist, dass der kaiserliche Einfluss bis noch begrenzt war, während die Bedeutung des Kaisers bis deutlich zunahm, um danach wieder an Bedeutung zu verlieren.

Es blieb daher eine der zentralen Stützen der Monarchie. Insbesondere der Generalstab bereits unter Helmuth Karl Bernhard von Moltke und später Alfred von Waldersee versuchte Einfluss auch auf politische Entscheidungen zu nehmen.

Dasselbe gilt für Alfred von Tirpitz in Marinefragen. Gleichwohl bildete die Armee als Drohpotential einen nicht zu unterschätzenden innenpolitischen Machtfaktor.

Die enge Verbundenheit mit der Monarchie spiegelte sich zunächst noch im stark adelig geprägten Offizierskorps wider. Die entsprechende Auswahl und die innere Sozialisation im Militär sorgten allerdings dafür, dass auch das Selbstverständnis dieser Gruppe sich kaum von dem ihrer adeligen Kameraden unterschied.

Zwischen und den er Jahren hat die Gesellschaft das Militär eher mit Misstrauen betrachtet. Dies änderte sich nach den Siegen von bis fundamental.

Das Militär wurde zu einem zentralen Element des entstehenden Reichspatriotismus. Kritik am Militär galt als unpatriotisch. So erreichte das Militär erst mit einer Friedenspräsenzstärke von fast In den folgenden Jahren wurden die Landstreitkräfte weiter verstärkt.

Zwischen und forderte die kostspielige Flottenrüstung Einschränkungen beim Landheer. In dieser Zeit hatte sich der Generalstab selbst gegen einen Ausbau der Truppenstärke gewandt, weil er eine Verstärkung des bürgerlichen zu Lasten des adeligen Elements im Offizierskorps befürchtete.

Nach wurde die Aufrüstung intensiv vorangetrieben. Die für die Durchführung des Schlieffenplanes notwendige Truppenstärke wurde dabei letztlich nicht erreicht.

Das Heer gewann während des Kaiserreichs eine sehr starke gesellschaftlich prägende Bedeutung. Auch für viele Bürger wurde der Status eines Reserveoffiziers nunmehr zu einem erstrebenswerten Ziel.

Von Bedeutung war das Militär zweifellos auch für die innere Nationsbildung. Der gemeinsame Dienst förderte die Integration der katholischen Bevölkerung in das protestantisch dominierte Reich.

Selbst die Arbeiter blieben gegenüber der Ausstrahlung des Militärs nicht immun. Wegen des Überangebots an Wehrpflichtigen in Deutschland leistete allerdings nur gut die Hälfte eines Jahrgangs aktiven Militärdienst.

Überall im Reich wurden die neuen Kriegervereine zu Trägern einer militaristischen Weltanschauung. Welche Breitenwirkung diese entfalteten, zeigt die Mitgliederzahl von 2,9 Millionen im Kyffhäuserbund Der Bund war damit die stärkste Massenorganisation des Reiches.

Die vom Staat geförderten Vereine sollten die militärische, nationale und monarchische Gesinnung pflegen und die Mitglieder gegenüber der Sozialdemokratie immunisieren.

Ein Kennzeichen dafür war das enorme Bevölkerungswachstum. Im Jahr lebten im Reich 41 Mio. Einwohner, waren es über 49 Mio. Damit verbunden war auch eine Veränderung der Lebensweisen.

So unterschied sich das Leben etwa in den Mietskasernen von Berlin grundlegend vom Leben auf dem Dorf. Dabei dominierten zu Beginn des Reiches der Eisenbahnbau und die Schwerindustrie ; später kamen als neue Leitsektoren die chemische Industrie und die Elektroindustrie hinzu.

Diese Veränderung spiegelte sich auch in der Entwicklung der Beschäftigungsverhältnisse wider. Lag die Relation der landwirtschaftlich Berufstätigen gegenüber denen in Industrie, Verkehr und Dienstleistungssektor noch bei 8,5 zu 5,3 Millionen, betrug das Verhältnis 9,6 zu 7,5 Millionen und 9,6 zu 10 Millionen.

Sozialgeschichtlich war das Kaiserreich vor allem geprägt vom Aufstieg der Arbeiterschaft. Dabei entwickelten die unterschiedlichen Herkunftsgruppen aus Ungelernten, Angelernten und gelernten Arbeitern bei allen weiterbestehenden Unterschieden durch die gemeinsamen Erfahrungen am Arbeitsplatz und in den Wohnquartieren tendenziell ein spezifisches Selbstverständnis der Arbeiterbevölkerung.

Diese achteten auf soziale Distanz zu den Arbeitern, auch wenn sich ihre ökonomische Lage von der der Industriearbeiter wenig unterschied.

Zu den stagnierenden Teilen der Gesellschaft gehörte der alte städtische Mittelstand. Handwerker fühlten sich oft von der Industrie in ihrer Existenz bedroht.

Die Realität war allerdings unterschiedlich: Es gab überbesetzte traditionelle Handwerksberufe; andererseits profitierten Bau- und das Nahrungsmittelhandwerke von der wachsenden Bevölkerung und der Stadtentwicklung.

Viele Berufe passten sich an Entwicklungen an, zum Beispiel stellten die Schuhmacher keine Schuhe mehr her, sondern reparierten sie nur noch.

Wirtschaftlich war die Existenz des Grund besitzenden Adels vor allem in Ostelbien durch die zunehmende internationale Verflechtung des Agrarmarktes bedroht.

Die Forderung des Adels und der landwirtschaftlichen Interessenverbände nach staatlicher Hilfe wurde ein Merkmal der Innenpolitik während der Kaiserzeit.

Weniger stark verändert als Wirtschaft und Gesellschaft haben sich in dieser Zeit die konfessionellen Unterschiede.

Aber auch sie waren für die Gesamtgeschichte des Reiches bedeutend. An der allgemeinen Konfessionsverteilung der Frühen Neuzeit änderte sich grundsätzlich kaum etwas.

Weiterhin gab es fast rein katholische Gebiete Nieder- und Oberbayern , nördliches Westfalen , Oberschlesien und andere und fast rein protestantische Schleswig-Holstein, Pommern, Sachsen etc.

Die konfessionellen Vorurteile und Vorbehalte, insbesondere gegenüber gemischt konfessionellen Ehen, waren daher weiterhin erheblich. Nach und nach kam es durch Binnenwanderung zu einer allmählichen konfessionellen Durchmischung.

Politisch hatte die Konfessionsverteilung erhebliche Folgen. In den katholisch dominierten Gebieten gelang es der Zentrumspartei , die überwiegende Mehrzahl der Wähler für sich zu gewinnen.

Erst mit der zunehmenden Säkularisierung in den letzten Jahrzehnten des Kaiserreichs begann sich dies zu ändern.

Neben anderen Konfessionen gab es eine jüdische Gemeinde im Deutschen Kaiserreich. Ihr prozentualer Anteil lag bei etwas über einem Prozent der Gesamtbevölkerung.

Durch eine geringere Geburtenzahl und dem zunehmenden Anteil christlich-jüdischer Ehen, bei denen die Kinder meist christlich erzogen wurden, nahm ihr Anteil allmählich ab.

In den Ostprovinzen mit gemischt deutscher und polnischer Bevölkerung bekannten sich die Juden überwiegend zum Deutschtum.

Unter den Ostjiddisch sprechenden Juden war die Tendenz zur Assimilation in die deutsche Gesellschaft lange Zeit stark ausgeprägt.

Der Zionismus , der eine nationale Heimstätte für die Juden in Palästina zu begründen suchte, wurde von der ganz überwiegenden Mehrheit der deutschen Juden abgelehnt.

Damit leisteten die deutschen Juden einen herausragenden Beitrag zum weltweiten Kulturleben. So war es für einen Juden unmöglich, Offizier zu werden was eine schwerwiegende Einschränkung darstellte, da der Offiziersstand zu den angesehensten Berufen des Kaiserreichs gehörte.

Juden wurden nie auf einen Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur oder für klassische Altertumswissenschaft und Sprachen berufen und bekamen vorwiegend nur in den sich neu entfaltenden mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern und der Medizin eine Anstellung, wo sie Herausragendes leisteten.

Der spätere Nobelpreisträger Richard Willstätter bekannte später: Trotz des hohen Prozentsatzes jüdischer Anwälte war diesen die höhere juristische Laufbahn weitgehend verschlossen.

Insbesondere Richterämter wurden nur restriktiv mit Juden besetzt, was damit begründet wurde, dass das Richteramt besonderes Vertrauen voraussetze und man es daher mit Rücksicht auf die Empfindungen der Bevölkerung nicht mit Juden besetzen könne, auch könne ein Jude schlecht einem Christen einen Eid abnehmen.

Juden war es sehr erschwert oder unmöglich, ein höheres Staatsamt zu erhalten. Einen jüdischen Minister gab es im Kaiserreich nicht. Antisemitische Vorurteile und karikaturhafte Vorstellungen von Juden waren in fast allen Bevölkerungsschichten zu finden.

Auch die Haltung der sozialdemokratischen Partei war eine Zeitlang zumindest ambivalent, da dort das Stereotyp des reichen kapitalistischen Juden existierte.

Grundsätzlich wurde der Antisemitismus von den Sozialdemokraten abgelehnt; der Parteivorsitzende August Bebel verurteilte den Antisemitismus in einem gehaltenen Grundsatzreferat Antisemitismus und Sozialdemokratie als reaktionär.

Konservative Parteien liebäugelten zeitweilig mit antisemitischen Programmpunkten. Es gab Bestrebungen, den Juden die im Verlauf des Jahrhunderts erlangte bürgerliche Gleichberechtigung wieder zu entziehen.

Immer wieder auftretende antisemitische Regungen und Aktionen auf regionaler Ebene, wie sie beispielsweise in der Konitzer Mordaffäre — zum Ausdruck kamen, wurden durch die Behörden unterdrückt.

Als Gegenreaktion auf den Antisemitismus wurde von liberalen Gelehrten und Politikern u. Politisch gelang es den Antisemiten nicht, eine einheitliche Partei zu formieren.

Der Stimmenanteil der zersplitterten antisemitischen Parteien lag bei allen Reichstagswahlen vor dem Ersten Weltkrieg höchstens bei fünfeinhalb Prozent.

Der politische Antisemitismus verlagerte sich mehr zur Deutschkonservativen Partei, Berufsverbänden, Studentenverbindungen und den christlichen Kirchen.

Abgesehen von den Liberalen war die deutsche bürgerliche Kultur schon lange antisemitisch durchtränkt.

Dennoch gab es neben den damals fast 42 Millionen deutschen Muttersprachlern rund 3,25 Millionen Nichtdeutschsprachige, darunter 2,5 Millionen mit polnischer oder tschechischer Sprache, Nicht nur die Regierung, der Kanzler und der Kaiser, sondern auch das national und liberal gesinnte Bürgertum befürwortete grundsätzlich eine Politik der kulturellen und sprachlichen Germanisierung zur Bildung einer neu zu definierenden Nation inmitten Europas.

Dabei spielte die Schule mit dem konsequenten Ersatz des deutschsprachlichen Unterrichts eine zentrale Rolle. Eine Ausnahme bildeten die überwiegend französischsprachigen Gebiete Elsass-Lothringens, wo die französische Sprache als Schulsprache zugelassen war.

Wichtig war die Einführung des Deutschen als Amts- und Gerichtssprache. Die polnische Sprache, die vor der Reichsgründung die Unterrichtssprache in überwiegend polnischsprachigen Gebieten gewesen war, wurde nach und nach durch die deutsche Unterrichtssprache ersetzt.

Nur der katholische Religionsunterricht durfte noch in polnischer Sprache erteilt werden. Die Minderheiten versuchten ihre eigene Identität zu bewahren und organisierten sich erfolgreich in Bauernvereinen, gründeten Kreditanstalten und Hilfsorganisationen.

Selbst die ins Ruhrgebiet ausgewanderten Polen hielten an ihrer Herkunft fest. Dort entstanden starke polnische Gewerkschaften.

Die polnische Regierung übte nun eine vergleichbar repressive Politik gegenüber den deutschen Minderheiten in diesen Gebieten aus, letztlich, um diese zu nötigen, das Land zu verlassen.

Das Kaiserreich war prägend für die politische Kultur in Deutschland weit über das Ende der Monarchie hinaus.

Industrialisierung, Urbanisierung sowie die verbesserten Kommunikationsmöglichkeiten z. War die Politik zuvor überwiegend eine Sache der Eliten und Honoratioren, kam es nunmehr zu einer Fundamentalpolitisierung, an der in unterschiedlicher Weise fast alle sozialen Gruppen einen Anteil hatten.

Dazu beigetragen hat zweifellos auch das allgemeine und gleiche Männerwahlrecht ab dem Alter von 25 Jahren auf Reichsebene. Ein Indiz dafür war die Zunahme der Wahlbeteiligung.

In die Reichsgründungszeit fällt die Ausprägung der verschiedenen politischen Lager. Karl Rohe unterscheidet dabei ein sozialistisches, ein katholisches und ein nationales Lager.

Andere Autoren unterteilen letzteres noch einmal in ein nationales und ein liberales Lager. Ungeachtet von Parteispaltungen, Zusammenschlüssen oder ähnlichen Ereignissen prägten diese Lager bis in die Weimarer Republik hinein das politische Leben weitgehend mit.

Alle diese Grundorientierungen hatte es in der ein oder anderen Weise bereits vor der Gründung des Kaiserreichs gegeben. Allerdings entstand mit der Deutschen Zentrumspartei Zentrum erstmals eine starke katholische Partei, die annähernd alle sozialen Gruppen von der katholischen Landbevölkerung, die Arbeiterschaft bis hin zu Bürgertum und Adel erreichte.

Doch blieb die Parteiorganisation schwach und das Zentrum entwickelte sich nicht zu einer Massenpartei. Ein weiteres Kennzeichen war der Aufstieg der Sozialdemokratie.

Insgesamt hatte sich deren Anhängerschaft von bis verachtfacht. Von einem Stimmenanteil von etwa 9,4 Prozent stieg der Stimmenanteil auf 28,9 Prozent Dem Aufstieg der Sozialdemokraten stand dabei kein bedeutsamer Abstieg des bürgerlichen und des katholischen Lagers gegenüber.

Obwohl das Zentrum seinen Mobilisierungsgrad aus der Kulturkampfzeit nicht vollständig halten konnte, gelang es dieser Partei, sich auch angesichts einer wachsenden Wählerzahl zu behaupten.

Bei allen Verwerfungen gelang es auch dem bürgerlichen Lager, weiterhin etwa ein Drittel der Wahlberechtigten zu erreichen.

Nach der überproportionalen Stellung der Nationalliberalen und der Freikonservativen Partei zu Beginn des Kaiserreichs gab es innerhalb dieses Bereichs erhebliche Verschiebungen.

Am Ende des Kaiserreichs lagen Linksliberale, Konservative und Nationalliberale mit jeweils etwas mehr als zehn Prozent gleichauf.

Nicht zuletzt auf Grund des Kulturkampfes und später des Sozialistengesetzes entwickelten die katholische Bevölkerung und die Anhänger der Sozialdemokratie einen besonders starken inneren Zusammenhalt.

Begünstigt durch weitere Faktoren entstand ein katholisches und sozialdemokratisches Milieu. Im katholischen Milieu war die Entwicklung differenziert.

Vor allem in den agrarischen Teilen des katholischen Deutschland banden die Pfarrer, die Kirche sowie die traditionellen gemeindenahen Vereine die Menschen an das Milieu.

In den Industriegebieten und Städten dagegen entwickelten sich zur Integration der katholischen Arbeiterbevölkerung mit dem Volksverein für das katholische Deutschland und den christlichen Gewerkschaften Organisationen mit Millionen von Mitgliedern.

Noch stärker stiegen die Mitgliederzahlen der Gewerkschaften an. Konsumgenossenschaften rundeten dieses Bild ab.

Das Selbstverständnis und die Lebensweise von Katholiken, von Sozialdemokraten und der protestantischen bürgerlichen Gesellschaft fielen deutlich auseinander.

Ein Wechsel zwischen ihnen war kaum möglich. Der Zusammenhalt wurde durch die jeweilige Sozialisation auch nach dem Ende von Kulturkampf und Sozialistengesetze weiter getragen.

Nicht nur im politischen Bereich, sondern auch in fast allen Lebensbereichen entfaltete sich die Massenmobilisierung zur Durchsetzung von Interessen und anderen gesellschaftlichen Zielen.

Auf der rechten Seite des politischen Spektrums mobilisierten ein übersteigerter Nationalismus und die Kolonialbewegung Anhänger aus verschiedenen sozialen Gruppen.

Der Deutsche Flottenverein stützte sich auf 1,2 Millionen Mitglieder. Zumindest zeitweise gelang es auch dem Antisemitismus , beachtliche Resonanz zu gewinnen.

Dazu gehörte die christlich-soziale Partei um den Prediger Adolf Stoecker. Einige wirtschaftliche Interessenorganisationen griffen diese populistischen Forderungen auf, um so ihre eigene Position zu stärken.

Besonders stark ausgeprägt war der Antisemitismus etwa im Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband. Eng verbunden waren Nationalismus und Antisemitismus im Alldeutschen Verband.

Besonders erfolgreich organisierte der Bund der Landwirte BdL auch mit nationalen und antisemitischen Untertönen Landwirte aus dem ganzen Reich, wobei die Führung jedoch stets bei den ostelbischen Agrariern lag.

Er stützte sich dabei auf eine gut ausgebaute Organisation mit Millionen von Mitgliedern. Diese waren daher auch inhaltlich dem BdL verpflichtet.

Weniger erfolgreich in dieser Hinsicht waren die Industriellenverbände wie der Centralverband deutscher Industrieller CdI. Aber auch diesem gelang es, durch eine erfolgreiche Lobbyarbeit im Hintergrund etwa in der Schutzzollfrage die Politik zu beeinflussen.

Ein Aspekt der Verknüpfung von Politik und Interessenvertretung in der Arbeiterbevölkerung war die Entstehung von Richtungsgewerkschaften. Träger waren der soziale Liberalismus, das katholische Milieu und die Sozialdemokratie.

In wichtigen Industriegebieten, wie dem Ruhrgebiet , waren die christlichen Gewerkschaften teilweise aber ebenso stark oder sogar stärker.

Hinzu kamen in diesem Gebiet nach der Jahrhundertwende auch Organisationen der polnischsprechenden Bergarbeiter, sodass die nichtsozialistischen Gewerkschaften in diesem industriellen Kernbereich des Reiches sehr bedeutend waren.

Besonders schwer tat sich der linke Flügel des Liberalismus mit dieser neuen Form der Politik. Zwar bestanden seit den er Jahren mit den Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereinen liberal ausgerichtete Gewerkschaften, ihr Mobilisierungserfolg blieb allerdings vergleichsweise gering.

Zwar gab es weiterhin einzelstaatliche und dynastisch geprägte Sonderidentitäten. Aber im Überblick gewann die Identifikation mit der Gesamtnation eine gesellschaftlich prägende Bedeutung.

Während des Kaiserreichs hat sich die Nationalstaatsidee deutlich gewandelt. Spätestens mit der Reichsgründung begannen sich die Schwerpunkte zu verlagern.

Die bisherigen Gegner auf der Rechten übernahmen nationale Ideen und Ziele. Der Nationalismus wurde tendenziell konservativ geprägt.

Auf längere Sicht verlor dabei das demokratische Element an Gewicht. In diesen Zusammenhang gehören auch die nationalen Leidenschaften im Kampf gegen den ultramontanen Katholizismus.

Im weiteren Verlauf der Reichsgeschichte richtete sich der Nationalismus nicht zuletzt gegen die Sozialdemokratie. Deren internationalistische und revolutionäre Ideologie schien der politischen Elite und ihren Anhängern ein Beleg für ihre Reichsfeindschaft zu sein.

Der Nationalismus im Kaiserreich entfaltete seit der Reichsgründung eine bis dahin unbekannte Breitenwirkung und erfasste im Zusammenwirken mit dem sich ebenfalls verstärkenden Militarismus nunmehr auch die kleinbürgerlichen und bäuerlichen Bevölkerungsteile.

Getragen wurde der Nationalismus von den Turn-, Schützen-, Sänger- und vor allem den Kriegervereinen. Aber auch Schule, Universität, die evangelische Kirche und das Militär haben zur Verbreitung beigetragen.

Dagegen hat die Verfassung des Reiches keinen eigenständigen Symbolwert entwickeln können. Von den Institutionen gewannen nur der Reichskanzler und der Reichstag in dieser Hinsicht eine gewisse Bedeutung.

Der Reichstag und die allgemeinen Wahlen wurden zu einem sichtbaren Stück nationaler Einheit. Mit den Feiern zu den Kaisergeburtstagen, dem Sedanstag [49] und anderen Gelegenheiten durchdrang das Nationale den Jahreskalender vor allem der bäuerlichen und bürgerlichen Bevölkerung.

Sichtbar wurde der Nationalismus auch in den zahlreichen Nationaldenkmälern wie dem Niederwalddenkmal , dem Hermannsdenkmal , später den Kaiser-Wilhelm-Denkmälern auf dem Deutschen Eck oder der Porta Westfalica , den zahlreichen Bismarcktürmen bis hin zu den lokalen Kriegerdenkmalen.

Auf den Katholikentagen wurde seit nicht nur ein Hoch auf den Papst, sondern auch eins auf den Kaiser ausgebracht. Vor allem nach Kriegsbeginn zeigte sich, dass auch die Arbeiter vom Nationalismus keineswegs unbeeinflusst blieben.

Vor allem während der wilhelminischen Epoche trat neben den halboffiziellen Nationalismus immer stärker ein völkischer Radikalnationalismus, wie ihn etwa der Alldeutsche Verband repräsentierte.

Dabei zerfällt die Zeit zwischen und deutlich in zwei Phasen: In der folgenden Zeit dominierten die Konservativen und das Zentrum. Ein zentraler Grund dafür waren die Mehrheitsverhältnisse im Reichstag, in dem die Liberalen eine starke Mehrheit hatten.

Die Nationalliberalen allein hatten von Sitzen. Rechnet man die Abgeordneten der Liberalen Reichspartei und der Fortschrittspartei hinzu, hatte der Liberalismus die absolute Mehrheit; diese wurde meist noch durch die Freikonservativen verstärkt.

Gegen sie konnte der Reichskanzler kaum regieren — und mit den Konservativen hätte er bei anderen Mehrheitsverhältnissen wohl auch nicht regieren können: Sie verweigerten sich der Politik Bismarcks und das Zentrum fiel spätestens mit Beginn des Kulturkampfs als mögliches Gegengewicht aus.

Erleichtert wurde die Politik der Reichsgründungsphase durch die boomende Entwicklung vieler Wirtschaftszweige, was zur gesellschaftlichen Akzeptanz liberaler Reformen [51] beitrug.

Diese waren zwar in vielen Punkten kompromissbereit, ihnen gelang es aber auch, zentrale liberale Reformvorhaben durchzusetzen.

Der Schwerpunkt der Reformen war die Liberalisierung der Wirtschaft. So wurden in allen Bundesstaaten Gewerbefreiheit und Freizügigkeit eingeführt, sofern sie noch nicht bestanden.

Im Sinne des Freihandels liefen die letzten Schutzzölle für Eisenwaren aus. Ein Marken- und Urheberschutz sowie ein einheitliches Patentgesetz wurden eingeführt.

Erleichtert wurde auch die Gründung von Aktiengesellschaften. Ein weiterer Schwerpunkt war der Ausbau des Rechtsstaates , dessen Grundlagen teilweise bis in die Gegenwart Bestand haben.

Zu nennen ist das in Grundzügen heute noch geltende, wenn auch vielfach novellierte Reichsstrafgesetzbuch von Dieses ähnelt stark dem Strafgesetzbuch des Norddeutschen Bundes vom Meilensteine waren die Reichsjustizgesetze von , namentlich das Gerichtsverfassungsgesetz , die Strafprozessordnung , die Zivilprozessordnung , die ebenfalls inhaltlich verändert heute noch in Kraft sind, sowie die Konkursordnung.

Durch das Gerichtsverfassungsgesetz wurde das Reichsgericht als höchstes deutsches Straf- und Zivilgericht eingeführt. Ein einheitlicher oberster deutscher Gerichtshof, der auch das bestehende Reichsoberhandelsgericht ablöste, trug zur rechtlichen Vereinheitlichung des Reiches stark bei.

Daneben gelang es der liberalen Mehrheit auch, die Zuständigkeiten des Reichstages in Fragen des Zivilrechts auszuweiten. War das Parlament im Norddeutschen Bund nur für zivilrechtliche Fragen mit wirtschaftlichem Hintergrund zuständig, wurde auf Antrag der nationalliberalen Reichstagsabgeordneten Johannes von Miquel und Eduard Lasker die Zuständigkeit auf das gesamte Zivil- und Prozessrecht ausgeweitet.

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Summary [ edit ] Description Wahlrecht Deutsches Reich Wahlrechtsformen in den Bundesstaaten des Deutschen Reiches Election laws in the federal states of the German Empire

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In zahlreichen Politikfeldern gab es Übereinstimmungen, in anderen Bereichen waren Kompromisse möglich, aber es gab innerhalb des Bülowblocks auch kaum überbrückbare Gegensätze. Diese forderten einen schärferen Kurs gegenüber den Sozialdemokraten. Quer durch alle bürgerlichen Parteien schlossen sich Abgeordnete der konservativen Parteien, fast alle Mitglieder der Zentrumsfraktion und eine Minderheit von 27 nationalliberalen Abgeordneten den Forderungen an. Die Diskussion wurde gleichwohl fortgesetzt. Dieser Wechsel war gekennzeichnet durch das Sozialistengesetz , die Abwendung von den Liberalen und die Einführung von Schutzzöllen. Die gemeinsame Währung ist die Mark und Pfennig. Einwohner, waren es über 49 Mio. Die Diskussion wurde gleichwohl fortgesetzt. Aber auch sie waren für die Gesamtgeschichte des Reiches bedeutend. Karte Deutsches Reich, Gliederung der oberen Verwaltungsebenen Zumindest zeitweise gelang es auch dem Antisemitismus , beachtliche Resonanz zu gewinnen. Darüber hinaus gab es weitere Machtzentren, die von der geschriebenen Verfassung nur teilweise abgebildet wurden. Jahrhunderts erlangte bürgerliche Gleichberechtigung wieder zu entziehen. Diese Benennung war staatsrechtlich von untergeordneter, symbolisch jedoch von erheblicher Bedeutung — die Erinnerung an das Alte Reich erleichterte die Identifikation mit dem neuen Staat. Stattdessen herrschte immer stärker eine Belagerungsmentalität vor und die Partei verteidigte noch zäher als zuvor ihre Positionen. Schon kurz nach der Reichsgründung erfolgte ein Wirtschaftsaufschwung, die sogenannten Gründerjahre begannen. Diese versprachen sich davon Wohlstand und die Integration der Arbeiter. Dies konnten die Linksliberalen nur schwer mittragen. Vor allem sollten Reformen die sozialen Konflikte Beste Spielothek in Frattingsdorf finden und dem schleichenden Legitimitätsverlust der letzten Bismarckjahre entgegenwirken. Überall im Reich wurden die neuen Kriegervereine zu Trägern einer militaristischen Weltanschauung. Das deutsche Reichsgebiet Beste Spielothek in Amelsen finden nach dem Polenfeldzug vom New online casinos free spins über die Rückgliederung der im Vertrag von Versailles an Polen abgetretenen Gebiete hinaus erweitert:. Weitere Gebiete im Westen wurden de facto dem deutschen Staat eingegliedert, aber in keinem Fall formell annektiert. Wichtiger war Bismarck Beste Spielothek in Großschwindau finden dieser Stelle offenbar, ein mögliches Bündnis zwischen Frankreich und Russland zu verhindern. Ausdruck dafür war etwa die Gründung der Beste Spielothek in Bröhlingen finden für Soziale Reform. Seine Gliedstaaten hatten ausgeprägte Eigenzuständigkeiten, wobei ihnen zusätzlich über den Bundesrat eine bedeutende Gestaltungsfunktion auf Reichsebene zufiel. Dieses Recht nahm er vor allem nach dem Mit der Schwächung der parlamentarischen Unterstützung verschärfte Bismarck seinen Beste Spielothek in Kronburg finden gegenüber dem Reichstag noch und versuchte, das Gewicht f1 bahrain 2019 Regierung im politischen System zu stärken. This is a retouched picturewhich means that it has been digitally altered from its original version. Erst danach durften die Abgeordneten den König um eine Annahme der Kaiserkrone bitten.

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Description Wahlrecht Deutsches Reich This file was derived from: Januar überarbeitet und am April verabschiedet; sie ist normalerweise gemeint, wenn von der Bismarckschen Reichsverfassung die Rede ist.

Die Unterzeichnung fand am Das Reichsmünzgesetz vereinheitlichte die deutschen Währungen, die Mark wurde als einheitliches Zahlungsmittel im Reich eingeführt.

Die neue Währung basierte auf dem Goldstandard. Die Grenzlänge betrug insgesamt 5. Entweder wird es von allen Nachbarn bedroht oder es bedroht alle Nachbarn.

Das Deutsche Reich hatte keine offizielle Nationalhymne und anfangs auch keine offizielle Nationalflagge. Die Verfassung des Deutschen Reiches vom Sie war zum einen ein Organisationsstatut , welches die Kompetenzen der Staatsorgane , durch die das Reich handelte, und sonstiger Einrichtungen des Reiches gegenseitig nach innen abgrenzte.

Sie legte andererseits die Zuständigkeit des Reiches gegenüber den Bundesstaaten fest. Hier folgte sie dem Prinzip der begrenzten Einzelermächtigung.

Das Reich durfte nur für diejenigen Angelegenheiten tätig werden, die dem Reich in der Verfassung ausdrücklich als Zuständigkeit zugewiesen wurden.

Im Übrigen waren die Bundesstaaten zuständig. Die Reichsverfassung verfügt über keinen Grundrechtsteil , der die Beziehung zwischen Untertan Bürger und Staat mit Verfassungsrang rechtlich näher ausgestaltet hätte.

Lediglich ein Benachteiligungsverbot auf Grund der Staatsbürgerschaft eines Bundesstaates Inländergleichbehandlung war normiert.

Der fehlende Grundrechtsteil musste sich nicht zwangsläufig nachteilig auswirken. Weil die Bundesstaaten in der Regel die Reichsgesetze vollzogen, wurden nur sie rechtseingreifend gegenüber dem Bürger tätig.

Januar einen Grundrechtskatalog. Dem entsprach, dass das Deutsche Reich ein Bundesstaat war. Seine Gliedstaaten hatten ausgeprägte Eigenzuständigkeiten, wobei ihnen zusätzlich über den Bundesrat eine bedeutende Gestaltungsfunktion auf Reichsebene zufiel.

Der Bundesrat war von Verfassungs wegen als der eigentliche Souverän des Reiches gedacht. Seine Kompetenzen waren dabei sowohl legislativer wie auch exekutiver Art.

Realpolitisch blieb seine Bedeutung als eigenständiges Machtzentrum aus verschiedenen Gründen allerdings beschränkt.

Der Kaiser führte den Oberbefehl über die Kriegsmarine und über das deutsche Heer über das bayerische Heer nur in Kriegszeiten.

Insbesondere sah die Verfassung vor, dass der Kaiser, falls erforderlich, mittels des Heeres die innere Sicherheit wiederherstellen konnte. Diese Konzentration der Kommandogewalt wurde oftmals in der Innenpolitik als Druckmittel eingesetzt.

Die süddeutschen Königreiche Württemberg und Bayern behielten sich bei den Verfassungsverhandlungen Reservatrechte vor. Der Reichskanzler war in diesem Machtgefüge der dem Kaiser verantwortliche Reichsminister, dem die Staatssekretäre unterstanden.

Das demokratische Defizit dieser Verfassung lag vor allem in der fehlenden parlamentarischen Verantwortlichkeit des Reichskanzlers begründet, den der Reichstag weder wählen noch stürzen konnte.

Erst im Oktober wurde die parlamentarische Verantwortlichkeit des Reichskanzlers im Rahmen der Oktoberverfassung eingeführt. Das eigentliche Gegengewicht zu den verbündeten Regierungen, dem Bundesrat und zur Reichsleitung bildete der Reichstag.

Im Grundsatz war die Wahl geheim, wenn auch nicht unbedingt in der Praxis. Dies war im Vergleich mit anderen europäischen Staaten, aber auch mit dem Wahlrecht in vielen Bundesstaaten , ein besonderer demokratischer Zug der Reichsverfassung.

Die Legislaturperiode des Reichstages dauerte anfangs drei Jahre, nach fünf Jahre. Der Bundesrat konnte mit Zustimmung des Kaisers das Parlament jederzeit auflösen und Neuwahlen ausschreiben; die Initiative zur Auflösung ging in der Realität vom Kanzler aus.

Die Abgeordneten erhielten als Gegengewicht zum allgemeinen Wahlrecht keine Diäten. Die Abgeordneten hatten ein freies Mandat und waren nach dem Verfassungstext nicht an die Aufträge der Wähler gebunden.

Dieses zentrale Parlamentsrecht war im Zeitalter des Rechtspositivismus von wachsender Bedeutung, beruhte das Regierungshandeln doch im Kern auf Gesetzen.

Verordnungen der Regierung spielten nach der Entwicklung der Lehre vom Gesetzesvorbehalt nur noch nach parlamentarischer Ermächtigung eine Rolle.

Verwaltungsrichtlinien kam nur verwaltungsinterne Wirkung zu. Die Haushaltsdebatte entwickelte sich rasch zur Generaldebatte über das gesamte Handeln der Regierung.

Allerdings war die Entscheidungsmöglichkeit über den Militäretat, der den Hauptausgabeposten des Reiches bildete, begrenzt.

Bis war der Etat ohnehin festgelegt und später sorgten die Septennate und später die Quinquennate für eine Begrenzung der Parlamentsrechte in diesem Bereich.

Damit war die politische Leitung des Reiches auf die Zusammenarbeit mit dem Reichstag angewiesen. Die verfassungsrechtliche Fiktion des Fürstenbundes entsprach somit nicht der Wirklichkeit.

Vielmehr stellte die Verfassung einen Kompromiss zwischen den nationalen und demokratischen Forderungen des aufstrebenden Wirtschafts- und Bildungsbürgertums und den dynastischen Herrschaftsstrukturen dar konstitutionelle Monarchie.

Die Verfassungsordnung war ein wichtiger Rahmen für die tatsächliche Herrschaftsordnung. Tatsächlich waren die in der Bismarckschen Reichsverfassung verankerten Institutionen wie der Reichstag oder der Kanzler für das politische System von zentraler Bedeutung.

Darüber hinaus gab es weitere Machtzentren, die von der geschriebenen Verfassung nur teilweise abgebildet wurden. So gut wie keine Erwähnung fand in der Verfassung etwa die Bürokratie.

Bei allen innenpolitischen Konflikten sorgte der bürokratische Apparat für Kontinuität. Gleichzeitig mussten die politischen Entscheidungsträger — auch Reichskanzler und Kaiser — mit dem Eigengewicht der höheren Beamten rechnen.

Neben dem Reichskanzler gab es keine regelrechte Reichsregierung. In den höheren Positionen auch der höheren Reichsverwaltung waren Protestanten ebenso wie Angehörige des Adels überrepräsentiert.

Politisch allerdings waren diese anfangs noch vergleichsweise liberal ausgerichtet. Erst eine langfristige Nachwuchspolitik sorgte auf längere Sicht für eine konservative Ausrichtung der höheren Beamtenschaft.

Die Verfassung garantierte dem Kaiser einen erheblichen Handlungsspielraum. Für die Entscheidungen der Monarchen spielten die verschiedenen kaiserlichen Beratungsgremien wie das Zivil- , Militär- und Marinekabinett wichtige Rollen.

Hinzu kamen der Hof und die engen persönlichen Vertrauten der Kaiser. Bereits mit Wilhelm I. Vor allem unter Kaiser Wilhelm II. Kaum zu unterschätzen ist auch der Wandel des Kaisers von einem Präsidenten des Bundes zu einem Reichsmonarchen.

Der Kaiser wurde zunehmend zu einem Symbol des Reiches. Unstrittig ist, dass der kaiserliche Einfluss bis noch begrenzt war, während die Bedeutung des Kaisers bis deutlich zunahm, um danach wieder an Bedeutung zu verlieren.

Es blieb daher eine der zentralen Stützen der Monarchie. Insbesondere der Generalstab bereits unter Helmuth Karl Bernhard von Moltke und später Alfred von Waldersee versuchte Einfluss auch auf politische Entscheidungen zu nehmen.

Dasselbe gilt für Alfred von Tirpitz in Marinefragen. Gleichwohl bildete die Armee als Drohpotential einen nicht zu unterschätzenden innenpolitischen Machtfaktor.

Die enge Verbundenheit mit der Monarchie spiegelte sich zunächst noch im stark adelig geprägten Offizierskorps wider. Die entsprechende Auswahl und die innere Sozialisation im Militär sorgten allerdings dafür, dass auch das Selbstverständnis dieser Gruppe sich kaum von dem ihrer adeligen Kameraden unterschied.

Zwischen und den er Jahren hat die Gesellschaft das Militär eher mit Misstrauen betrachtet. Dies änderte sich nach den Siegen von bis fundamental.

Das Militär wurde zu einem zentralen Element des entstehenden Reichspatriotismus. Kritik am Militär galt als unpatriotisch.

So erreichte das Militär erst mit einer Friedenspräsenzstärke von fast In den folgenden Jahren wurden die Landstreitkräfte weiter verstärkt.

Zwischen und forderte die kostspielige Flottenrüstung Einschränkungen beim Landheer. In dieser Zeit hatte sich der Generalstab selbst gegen einen Ausbau der Truppenstärke gewandt, weil er eine Verstärkung des bürgerlichen zu Lasten des adeligen Elements im Offizierskorps befürchtete.

Nach wurde die Aufrüstung intensiv vorangetrieben. Die für die Durchführung des Schlieffenplanes notwendige Truppenstärke wurde dabei letztlich nicht erreicht.

Das Heer gewann während des Kaiserreichs eine sehr starke gesellschaftlich prägende Bedeutung. Auch für viele Bürger wurde der Status eines Reserveoffiziers nunmehr zu einem erstrebenswerten Ziel.

Von Bedeutung war das Militär zweifellos auch für die innere Nationsbildung. Der gemeinsame Dienst förderte die Integration der katholischen Bevölkerung in das protestantisch dominierte Reich.

Selbst die Arbeiter blieben gegenüber der Ausstrahlung des Militärs nicht immun. Wegen des Überangebots an Wehrpflichtigen in Deutschland leistete allerdings nur gut die Hälfte eines Jahrgangs aktiven Militärdienst.

Überall im Reich wurden die neuen Kriegervereine zu Trägern einer militaristischen Weltanschauung. Welche Breitenwirkung diese entfalteten, zeigt die Mitgliederzahl von 2,9 Millionen im Kyffhäuserbund Der Bund war damit die stärkste Massenorganisation des Reiches.

Die vom Staat geförderten Vereine sollten die militärische, nationale und monarchische Gesinnung pflegen und die Mitglieder gegenüber der Sozialdemokratie immunisieren.

Ein Kennzeichen dafür war das enorme Bevölkerungswachstum. Im Jahr lebten im Reich 41 Mio. Einwohner, waren es über 49 Mio.

Damit verbunden war auch eine Veränderung der Lebensweisen. So unterschied sich das Leben etwa in den Mietskasernen von Berlin grundlegend vom Leben auf dem Dorf.

Dabei dominierten zu Beginn des Reiches der Eisenbahnbau und die Schwerindustrie ; später kamen als neue Leitsektoren die chemische Industrie und die Elektroindustrie hinzu.

Diese Veränderung spiegelte sich auch in der Entwicklung der Beschäftigungsverhältnisse wider. Lag die Relation der landwirtschaftlich Berufstätigen gegenüber denen in Industrie, Verkehr und Dienstleistungssektor noch bei 8,5 zu 5,3 Millionen, betrug das Verhältnis 9,6 zu 7,5 Millionen und 9,6 zu 10 Millionen.

Sozialgeschichtlich war das Kaiserreich vor allem geprägt vom Aufstieg der Arbeiterschaft. Dabei entwickelten die unterschiedlichen Herkunftsgruppen aus Ungelernten, Angelernten und gelernten Arbeitern bei allen weiterbestehenden Unterschieden durch die gemeinsamen Erfahrungen am Arbeitsplatz und in den Wohnquartieren tendenziell ein spezifisches Selbstverständnis der Arbeiterbevölkerung.

Diese achteten auf soziale Distanz zu den Arbeitern, auch wenn sich ihre ökonomische Lage von der der Industriearbeiter wenig unterschied.

Zu den stagnierenden Teilen der Gesellschaft gehörte der alte städtische Mittelstand. Handwerker fühlten sich oft von der Industrie in ihrer Existenz bedroht.

Die Realität war allerdings unterschiedlich: Es gab überbesetzte traditionelle Handwerksberufe; andererseits profitierten Bau- und das Nahrungsmittelhandwerke von der wachsenden Bevölkerung und der Stadtentwicklung.

Viele Berufe passten sich an Entwicklungen an, zum Beispiel stellten die Schuhmacher keine Schuhe mehr her, sondern reparierten sie nur noch.

Wirtschaftlich war die Existenz des Grund besitzenden Adels vor allem in Ostelbien durch die zunehmende internationale Verflechtung des Agrarmarktes bedroht.

Die Forderung des Adels und der landwirtschaftlichen Interessenverbände nach staatlicher Hilfe wurde ein Merkmal der Innenpolitik während der Kaiserzeit.

Weniger stark verändert als Wirtschaft und Gesellschaft haben sich in dieser Zeit die konfessionellen Unterschiede. Aber auch sie waren für die Gesamtgeschichte des Reiches bedeutend.

An der allgemeinen Konfessionsverteilung der Frühen Neuzeit änderte sich grundsätzlich kaum etwas. Weiterhin gab es fast rein katholische Gebiete Nieder- und Oberbayern , nördliches Westfalen , Oberschlesien und andere und fast rein protestantische Schleswig-Holstein, Pommern, Sachsen etc.

Die konfessionellen Vorurteile und Vorbehalte, insbesondere gegenüber gemischt konfessionellen Ehen, waren daher weiterhin erheblich.

Nach und nach kam es durch Binnenwanderung zu einer allmählichen konfessionellen Durchmischung. Politisch hatte die Konfessionsverteilung erhebliche Folgen.

In den katholisch dominierten Gebieten gelang es der Zentrumspartei , die überwiegende Mehrzahl der Wähler für sich zu gewinnen. Erst mit der zunehmenden Säkularisierung in den letzten Jahrzehnten des Kaiserreichs begann sich dies zu ändern.

Neben anderen Konfessionen gab es eine jüdische Gemeinde im Deutschen Kaiserreich. Ihr prozentualer Anteil lag bei etwas über einem Prozent der Gesamtbevölkerung.

Durch eine geringere Geburtenzahl und dem zunehmenden Anteil christlich-jüdischer Ehen, bei denen die Kinder meist christlich erzogen wurden, nahm ihr Anteil allmählich ab.

In den Ostprovinzen mit gemischt deutscher und polnischer Bevölkerung bekannten sich die Juden überwiegend zum Deutschtum.

Unter den Ostjiddisch sprechenden Juden war die Tendenz zur Assimilation in die deutsche Gesellschaft lange Zeit stark ausgeprägt. Der Zionismus , der eine nationale Heimstätte für die Juden in Palästina zu begründen suchte, wurde von der ganz überwiegenden Mehrheit der deutschen Juden abgelehnt.

Damit leisteten die deutschen Juden einen herausragenden Beitrag zum weltweiten Kulturleben. So war es für einen Juden unmöglich, Offizier zu werden was eine schwerwiegende Einschränkung darstellte, da der Offiziersstand zu den angesehensten Berufen des Kaiserreichs gehörte.

Juden wurden nie auf einen Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur oder für klassische Altertumswissenschaft und Sprachen berufen und bekamen vorwiegend nur in den sich neu entfaltenden mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern und der Medizin eine Anstellung, wo sie Herausragendes leisteten.

Der spätere Nobelpreisträger Richard Willstätter bekannte später: Trotz des hohen Prozentsatzes jüdischer Anwälte war diesen die höhere juristische Laufbahn weitgehend verschlossen.

Insbesondere Richterämter wurden nur restriktiv mit Juden besetzt, was damit begründet wurde, dass das Richteramt besonderes Vertrauen voraussetze und man es daher mit Rücksicht auf die Empfindungen der Bevölkerung nicht mit Juden besetzen könne, auch könne ein Jude schlecht einem Christen einen Eid abnehmen.

Juden war es sehr erschwert oder unmöglich, ein höheres Staatsamt zu erhalten. Einen jüdischen Minister gab es im Kaiserreich nicht.

Antisemitische Vorurteile und karikaturhafte Vorstellungen von Juden waren in fast allen Bevölkerungsschichten zu finden.

Auch die Haltung der sozialdemokratischen Partei war eine Zeitlang zumindest ambivalent, da dort das Stereotyp des reichen kapitalistischen Juden existierte.

Grundsätzlich wurde der Antisemitismus von den Sozialdemokraten abgelehnt; der Parteivorsitzende August Bebel verurteilte den Antisemitismus in einem gehaltenen Grundsatzreferat Antisemitismus und Sozialdemokratie als reaktionär.

Konservative Parteien liebäugelten zeitweilig mit antisemitischen Programmpunkten. Es gab Bestrebungen, den Juden die im Verlauf des Jahrhunderts erlangte bürgerliche Gleichberechtigung wieder zu entziehen.

Immer wieder auftretende antisemitische Regungen und Aktionen auf regionaler Ebene, wie sie beispielsweise in der Konitzer Mordaffäre — zum Ausdruck kamen, wurden durch die Behörden unterdrückt.

Als Gegenreaktion auf den Antisemitismus wurde von liberalen Gelehrten und Politikern u. Politisch gelang es den Antisemiten nicht, eine einheitliche Partei zu formieren.

Der Stimmenanteil der zersplitterten antisemitischen Parteien lag bei allen Reichstagswahlen vor dem Ersten Weltkrieg höchstens bei fünfeinhalb Prozent.

Der politische Antisemitismus verlagerte sich mehr zur Deutschkonservativen Partei, Berufsverbänden, Studentenverbindungen und den christlichen Kirchen.

Abgesehen von den Liberalen war die deutsche bürgerliche Kultur schon lange antisemitisch durchtränkt.

Dennoch gab es neben den damals fast 42 Millionen deutschen Muttersprachlern rund 3,25 Millionen Nichtdeutschsprachige, darunter 2,5 Millionen mit polnischer oder tschechischer Sprache, Nicht nur die Regierung, der Kanzler und der Kaiser, sondern auch das national und liberal gesinnte Bürgertum befürwortete grundsätzlich eine Politik der kulturellen und sprachlichen Germanisierung zur Bildung einer neu zu definierenden Nation inmitten Europas.

Dabei spielte die Schule mit dem konsequenten Ersatz des deutschsprachlichen Unterrichts eine zentrale Rolle. Eine Ausnahme bildeten die überwiegend französischsprachigen Gebiete Elsass-Lothringens, wo die französische Sprache als Schulsprache zugelassen war.

Wichtig war die Einführung des Deutschen als Amts- und Gerichtssprache. Die polnische Sprache, die vor der Reichsgründung die Unterrichtssprache in überwiegend polnischsprachigen Gebieten gewesen war, wurde nach und nach durch die deutsche Unterrichtssprache ersetzt.

Nur der katholische Religionsunterricht durfte noch in polnischer Sprache erteilt werden. Die Minderheiten versuchten ihre eigene Identität zu bewahren und organisierten sich erfolgreich in Bauernvereinen, gründeten Kreditanstalten und Hilfsorganisationen.

Selbst die ins Ruhrgebiet ausgewanderten Polen hielten an ihrer Herkunft fest. Dort entstanden starke polnische Gewerkschaften. Die polnische Regierung übte nun eine vergleichbar repressive Politik gegenüber den deutschen Minderheiten in diesen Gebieten aus, letztlich, um diese zu nötigen, das Land zu verlassen.

Das Kaiserreich war prägend für die politische Kultur in Deutschland weit über das Ende der Monarchie hinaus. Industrialisierung, Urbanisierung sowie die verbesserten Kommunikationsmöglichkeiten z.

War die Politik zuvor überwiegend eine Sache der Eliten und Honoratioren, kam es nunmehr zu einer Fundamentalpolitisierung, an der in unterschiedlicher Weise fast alle sozialen Gruppen einen Anteil hatten.

Dazu beigetragen hat zweifellos auch das allgemeine und gleiche Männerwahlrecht ab dem Alter von 25 Jahren auf Reichsebene.

Ein Indiz dafür war die Zunahme der Wahlbeteiligung. In die Reichsgründungszeit fällt die Ausprägung der verschiedenen politischen Lager.

Karl Rohe unterscheidet dabei ein sozialistisches, ein katholisches und ein nationales Lager. Andere Autoren unterteilen letzteres noch einmal in ein nationales und ein liberales Lager.

Ungeachtet von Parteispaltungen, Zusammenschlüssen oder ähnlichen Ereignissen prägten diese Lager bis in die Weimarer Republik hinein das politische Leben weitgehend mit.

Alle diese Grundorientierungen hatte es in der ein oder anderen Weise bereits vor der Gründung des Kaiserreichs gegeben.

Allerdings entstand mit der Deutschen Zentrumspartei Zentrum erstmals eine starke katholische Partei, die annähernd alle sozialen Gruppen von der katholischen Landbevölkerung, die Arbeiterschaft bis hin zu Bürgertum und Adel erreichte.

Doch blieb die Parteiorganisation schwach und das Zentrum entwickelte sich nicht zu einer Massenpartei. Ein weiteres Kennzeichen war der Aufstieg der Sozialdemokratie.

Insgesamt hatte sich deren Anhängerschaft von bis verachtfacht. Von einem Stimmenanteil von etwa 9,4 Prozent stieg der Stimmenanteil auf 28,9 Prozent Dem Aufstieg der Sozialdemokraten stand dabei kein bedeutsamer Abstieg des bürgerlichen und des katholischen Lagers gegenüber.

Obwohl das Zentrum seinen Mobilisierungsgrad aus der Kulturkampfzeit nicht vollständig halten konnte, gelang es dieser Partei, sich auch angesichts einer wachsenden Wählerzahl zu behaupten.

Bei allen Verwerfungen gelang es auch dem bürgerlichen Lager, weiterhin etwa ein Drittel der Wahlberechtigten zu erreichen. Nach der überproportionalen Stellung der Nationalliberalen und der Freikonservativen Partei zu Beginn des Kaiserreichs gab es innerhalb dieses Bereichs erhebliche Verschiebungen.

Am Ende des Kaiserreichs lagen Linksliberale, Konservative und Nationalliberale mit jeweils etwas mehr als zehn Prozent gleichauf. Nicht zuletzt auf Grund des Kulturkampfes und später des Sozialistengesetzes entwickelten die katholische Bevölkerung und die Anhänger der Sozialdemokratie einen besonders starken inneren Zusammenhalt.

Begünstigt durch weitere Faktoren entstand ein katholisches und sozialdemokratisches Milieu. Im katholischen Milieu war die Entwicklung differenziert.

Vor allem in den agrarischen Teilen des katholischen Deutschland banden die Pfarrer, die Kirche sowie die traditionellen gemeindenahen Vereine die Menschen an das Milieu.

In den Industriegebieten und Städten dagegen entwickelten sich zur Integration der katholischen Arbeiterbevölkerung mit dem Volksverein für das katholische Deutschland und den christlichen Gewerkschaften Organisationen mit Millionen von Mitgliedern.

Noch stärker stiegen die Mitgliederzahlen der Gewerkschaften an. Konsumgenossenschaften rundeten dieses Bild ab. Das Selbstverständnis und die Lebensweise von Katholiken, von Sozialdemokraten und der protestantischen bürgerlichen Gesellschaft fielen deutlich auseinander.

Ein Wechsel zwischen ihnen war kaum möglich. Der Zusammenhalt wurde durch die jeweilige Sozialisation auch nach dem Ende von Kulturkampf und Sozialistengesetze weiter getragen.

Nicht nur im politischen Bereich, sondern auch in fast allen Lebensbereichen entfaltete sich die Massenmobilisierung zur Durchsetzung von Interessen und anderen gesellschaftlichen Zielen.

Auf der rechten Seite des politischen Spektrums mobilisierten ein übersteigerter Nationalismus und die Kolonialbewegung Anhänger aus verschiedenen sozialen Gruppen.

Der Deutsche Flottenverein stützte sich auf 1,2 Millionen Mitglieder. Zumindest zeitweise gelang es auch dem Antisemitismus , beachtliche Resonanz zu gewinnen.

Dazu gehörte die christlich-soziale Partei um den Prediger Adolf Stoecker. Einige wirtschaftliche Interessenorganisationen griffen diese populistischen Forderungen auf, um so ihre eigene Position zu stärken.

Besonders stark ausgeprägt war der Antisemitismus etwa im Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband. Eng verbunden waren Nationalismus und Antisemitismus im Alldeutschen Verband.

Besonders erfolgreich organisierte der Bund der Landwirte BdL auch mit nationalen und antisemitischen Untertönen Landwirte aus dem ganzen Reich, wobei die Führung jedoch stets bei den ostelbischen Agrariern lag.

Er stützte sich dabei auf eine gut ausgebaute Organisation mit Millionen von Mitgliedern. Diese waren daher auch inhaltlich dem BdL verpflichtet.

Weniger erfolgreich in dieser Hinsicht waren die Industriellenverbände wie der Centralverband deutscher Industrieller CdI. Aber auch diesem gelang es, durch eine erfolgreiche Lobbyarbeit im Hintergrund etwa in der Schutzzollfrage die Politik zu beeinflussen.

Ein Aspekt der Verknüpfung von Politik und Interessenvertretung in der Arbeiterbevölkerung war die Entstehung von Richtungsgewerkschaften.

Träger waren der soziale Liberalismus, das katholische Milieu und die Sozialdemokratie. In wichtigen Industriegebieten, wie dem Ruhrgebiet , waren die christlichen Gewerkschaften teilweise aber ebenso stark oder sogar stärker.

Hinzu kamen in diesem Gebiet nach der Jahrhundertwende auch Organisationen der polnischsprechenden Bergarbeiter, sodass die nichtsozialistischen Gewerkschaften in diesem industriellen Kernbereich des Reiches sehr bedeutend waren.

Besonders schwer tat sich der linke Flügel des Liberalismus mit dieser neuen Form der Politik. Zwar bestanden seit den er Jahren mit den Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereinen liberal ausgerichtete Gewerkschaften, ihr Mobilisierungserfolg blieb allerdings vergleichsweise gering.

Zwar gab es weiterhin einzelstaatliche und dynastisch geprägte Sonderidentitäten. Aber im Überblick gewann die Identifikation mit der Gesamtnation eine gesellschaftlich prägende Bedeutung.

Während des Kaiserreichs hat sich die Nationalstaatsidee deutlich gewandelt. Spätestens mit der Reichsgründung begannen sich die Schwerpunkte zu verlagern.

Die bisherigen Gegner auf der Rechten übernahmen nationale Ideen und Ziele. Der Nationalismus wurde tendenziell konservativ geprägt.

Auf längere Sicht verlor dabei das demokratische Element an Gewicht. In diesen Zusammenhang gehören auch die nationalen Leidenschaften im Kampf gegen den ultramontanen Katholizismus.

Im weiteren Verlauf der Reichsgeschichte richtete sich der Nationalismus nicht zuletzt gegen die Sozialdemokratie. Deren internationalistische und revolutionäre Ideologie schien der politischen Elite und ihren Anhängern ein Beleg für ihre Reichsfeindschaft zu sein.

Der Nationalismus im Kaiserreich entfaltete seit der Reichsgründung eine bis dahin unbekannte Breitenwirkung und erfasste im Zusammenwirken mit dem sich ebenfalls verstärkenden Militarismus nunmehr auch die kleinbürgerlichen und bäuerlichen Bevölkerungsteile.

Getragen wurde der Nationalismus von den Turn-, Schützen-, Sänger- und vor allem den Kriegervereinen. Aber auch Schule, Universität, die evangelische Kirche und das Militär haben zur Verbreitung beigetragen.

Dagegen hat die Verfassung des Reiches keinen eigenständigen Symbolwert entwickeln können. Von den Institutionen gewannen nur der Reichskanzler und der Reichstag in dieser Hinsicht eine gewisse Bedeutung.

Der Reichstag und die allgemeinen Wahlen wurden zu einem sichtbaren Stück nationaler Einheit. Mit den Feiern zu den Kaisergeburtstagen, dem Sedanstag [49] und anderen Gelegenheiten durchdrang das Nationale den Jahreskalender vor allem der bäuerlichen und bürgerlichen Bevölkerung.

Sichtbar wurde der Nationalismus auch in den zahlreichen Nationaldenkmälern wie dem Niederwalddenkmal , dem Hermannsdenkmal , später den Kaiser-Wilhelm-Denkmälern auf dem Deutschen Eck oder der Porta Westfalica , den zahlreichen Bismarcktürmen bis hin zu den lokalen Kriegerdenkmalen.

Auf den Katholikentagen wurde seit nicht nur ein Hoch auf den Papst, sondern auch eins auf den Kaiser ausgebracht.

Vor allem nach Kriegsbeginn zeigte sich, dass auch die Arbeiter vom Nationalismus keineswegs unbeeinflusst blieben.

Vor allem während der wilhelminischen Epoche trat neben den halboffiziellen Nationalismus immer stärker ein völkischer Radikalnationalismus, wie ihn etwa der Alldeutsche Verband repräsentierte.

Dabei zerfällt die Zeit zwischen und deutlich in zwei Phasen: In der folgenden Zeit dominierten die Konservativen und das Zentrum. Ein zentraler Grund dafür waren die Mehrheitsverhältnisse im Reichstag, in dem die Liberalen eine starke Mehrheit hatten.

Die Nationalliberalen allein hatten von Sitzen. Rechnet man die Abgeordneten der Liberalen Reichspartei und der Fortschrittspartei hinzu, hatte der Liberalismus die absolute Mehrheit; diese wurde meist noch durch die Freikonservativen verstärkt.

Gegen sie konnte der Reichskanzler kaum regieren — und mit den Konservativen hätte er bei anderen Mehrheitsverhältnissen wohl auch nicht regieren können: Sie verweigerten sich der Politik Bismarcks und das Zentrum fiel spätestens mit Beginn des Kulturkampfs als mögliches Gegengewicht aus.

Erleichtert wurde die Politik der Reichsgründungsphase durch die boomende Entwicklung vieler Wirtschaftszweige, was zur gesellschaftlichen Akzeptanz liberaler Reformen [51] beitrug.

Diese waren zwar in vielen Punkten kompromissbereit, ihnen gelang es aber auch, zentrale liberale Reformvorhaben durchzusetzen. Der Schwerpunkt der Reformen war die Liberalisierung der Wirtschaft.

So wurden in allen Bundesstaaten Gewerbefreiheit und Freizügigkeit eingeführt, sofern sie noch nicht bestanden. Im Sinne des Freihandels liefen die letzten Schutzzölle für Eisenwaren aus.

Ein Marken- und Urheberschutz sowie ein einheitliches Patentgesetz wurden eingeführt. Erleichtert wurde auch die Gründung von Aktiengesellschaften.

Ein weiterer Schwerpunkt war der Ausbau des Rechtsstaates , dessen Grundlagen teilweise bis in die Gegenwart Bestand haben.

Zu nennen ist das in Grundzügen heute noch geltende, wenn auch vielfach novellierte Reichsstrafgesetzbuch von Dieses ähnelt stark dem Strafgesetzbuch des Norddeutschen Bundes vom Meilensteine waren die Reichsjustizgesetze von , namentlich das Gerichtsverfassungsgesetz , die Strafprozessordnung , die Zivilprozessordnung , die ebenfalls inhaltlich verändert heute noch in Kraft sind, sowie die Konkursordnung.

Durch das Gerichtsverfassungsgesetz wurde das Reichsgericht als höchstes deutsches Straf- und Zivilgericht eingeführt. Ein einheitlicher oberster deutscher Gerichtshof, der auch das bestehende Reichsoberhandelsgericht ablöste, trug zur rechtlichen Vereinheitlichung des Reiches stark bei.

Daneben gelang es der liberalen Mehrheit auch, die Zuständigkeiten des Reichstages in Fragen des Zivilrechts auszuweiten. War das Parlament im Norddeutschen Bund nur für zivilrechtliche Fragen mit wirtschaftlichem Hintergrund zuständig, wurde auf Antrag der nationalliberalen Reichstagsabgeordneten Johannes von Miquel und Eduard Lasker die Zuständigkeit auf das gesamte Zivil- und Prozessrecht ausgeweitet.

In der Folge entstand das beschlossene und am 1. Januar in Kraft getretene Bürgerliche Gesetzbuch als bis heute geltende Privatrechtskodifikation.

Allerdings mussten die Liberalen im Bereich der Prozessordnung und der Pressegesetzgebung weitreichende Kompromisse hinnehmen, die von einem Teil der Linksliberalen nicht mitgetragen wurden.

Eine Mehrheit kam nur mit Hilfe der Konservativen zustande. Die Zusammenarbeit zwischen Liberalen und Bismarck funktionierte nicht nur bei der Reformpolitik, sondern auch im sogenannten Kulturkampf gegen die Katholiken und die Zentrumspartei.

Für die Liberalen ihrerseits war das Papsttum mit seiner Ablehnung jeglicher Veränderungen ein Relikt des Mittelalters.

Bismarck hatte verschiedene Gründe für den Kulturkampf. Auch er wollte grundsätzlich nicht, dass die staatliche Autorität und die Einheit des Reiches durch andere ältere Mächte eingeschränkt werden könnten.

Innenpolitisch ging es ihm auch darum, die Liberalen durch die Umlenkung der politischen Debatte von weiteren innenpolitischen Reformvorhaben abzubringen.

Die Auseinandersetzung zwischen modernem Staat und ultramontaner Kirche war ein gemeineuropäisches Phänomen. In der Anfangsphase ab ging es Liberalen und Regierung darum, den staatlichen Einfluss zu verstärken.

In einer zweiten Phase etwa ab griff der Staat nunmehr direkt in den Innenbereich der Kirche ein, indem etwa die Priesterausbildung oder die Besetzung kirchlicher Ämter staatlicher Kontrolle unterworfen wurden.

In einem dritten Schritt folgten ab weitere Gesetze wie die Einführung der Zivilehe. Das sogenannte Brotkorbgesetz sperrte der Kirche alle staatlichen Zuwendungen.

Eine Folge der Kulturkampfgesetze war, dass in der Mitte der er Jahre viele Pfarrstellen vakant waren, keine kirchlichen Handlungen mehr stattfanden, Bischöfe verhaftet, abgesetzt oder ausgewiesen waren.

Bismarck und die Liberalen stimmten nicht in allen Punkten überein. So scheiterte etwa der Versuch von Nationalliberalen und Fortschrittspartei, die verschiedenen Städteordnungen zu vereinheitlichen, auch an der mangelnden Unterstützung durch den Reichskanzler.

Vorerst am Einspruch Bismarcks war zunächst auch eine Finanzreform gescheitert. Anfangs konnte man den Konflikt noch vor sich herschieben, aber spätestens stand er wieder an.

Während die Regierung und insbesondere Kriegsminister Albrecht von Roon eine Dauerbewilligung des Etats Aeternat verlangte, beharrten die Liberalen auf einem jährlichen Bewilligungsrecht.

Ein Nachgeben hätte den Verzicht auf eine Mitgestaltung von etwa achtzig Prozent des Gesamtetats bedeutet. Immerhin blieb es bei der Regelung der Militärstärke durch Gesetz, allerdings über einen recht langen Zeitraum gestreckt.

Ferner konnten sich die Liberalen nicht durchsetzen beim Beamtenrecht, beim Militärstrafrecht und mit der Forderung nach Schwurgerichten bei Pressevergehen.

Den Liberalen war es in der ersten Hälfte der er Jahre durchaus gelungen, in einer Reihe von Politikfeldern ihre Handschrift erkennen zu lassen, allerdings war dies nur durch Kompromisse mit Bismarck möglich.

Nicht selten war der Machterhalt wichtiger als die Durchsetzung liberaler Prinzipien. Auch intern gab es Kritik etwa an den Ausnahmegesetzen des Kulturkampfes.

Dies führte innerhalb des liberalen Lagers zu Spannungen und zur Enttäuschung bei einigen Wählergruppen. Zudem war mit dem Zentrum eine neue politische Richtung entstanden.

Seither konnten die Liberalen nicht mehr beanspruchen, die eigentliche Vertretung des gesamten Volkes zu sein. Bismarck gelang es in den frühen er Jahren, die Staatsmacht zu stärken.

Allerdings führte das Bündnis mit den Liberalen dazu, dass auch die Regierung Zugeständnisse machen musste und der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Modernisierung Vorschub leistete.

Schon kurz nach der Reichsgründung erfolgte ein Wirtschaftsaufschwung, die sogenannten Gründerjahre begannen. Als Ursachen für den Aufschwung gelten mehrere Faktoren: Der Handel innerhalb der Reichsgrenzen wurde stark vereinfacht.

Erstmals in der Reichsgeschichte wurde ein einheitlicher Binnenmarkt geschaffen. Die behindernden Landeszölle entfielen.

Eine durch Kriegserfolg und Reichsgründung ausgelöste allgemeine Aufbruchstimmung führte zu einem enormen Investitionsanstieg und Bauboom.

Schon übertrumpfte das Deutsche Reich das durch den Krieg geschwächte Frankreich als Industriemacht. Von etwa bis etwa folgte die sogenannte Gründerkrise.

Mai gilt als ein Vorbote. Zunächst fiel die Industrieproduktion leicht; dann stagnierte sie. Die Wirtschaftskrise war eine Folge überhitzter Spekulationen, eine Folge von sinkender Nachfrage und von Überkapazitäten, die in den Aufschwungjahren aufgebaut worden waren.

Die unterschiedlichen Branchen litten in unterschiedlichen Phasen und unterschiedlich stark unter der Krise. Besonders betroffen waren Montanindustrie, Maschinenbau und Baugewerbe; die Konsumgüterindustrie litt weniger.

Viele Güterpreise, Gewinne und Löhne fielen beträchtlich. Wir helfen so gut wie möglich bei Fragen, zu Landkarten, Ortschaften und Namen aus vergangenen Zeiten.

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Nach wurde die Aufrüstung intensiv vorangetrieben. Selbst die Exporterfolge deutscher Unternehmer waren dabei nicht nur Gegenstand des nationalen Stolzes, sondern förderten zugleich die Sorge vor der Abhängigkeit vom Weltmarkt, die etwa bei Agrareinfuhren ohnehin bereits erreich schien. Jahrhundert, und genausowenig in Frankreich Hinzu kam ein weiteres Motiv: In der deutschen Öffentlichkeit wurden Forderungen nach einer Annexion des Elsass und Teilen Lothringens erhoben, und Bismarck hoteles en san juan con casino sich diese Forderungen zu eigen. Mit der Schwächung der parlamentarischen Unterstützung verschärfte Bismarck seinen Konfrontationskurs gegenüber dem Spartacus Gladiator of Rome - Norske Spilleautomater - Rizk Norsk Casino noch deutsches reich karte 1914 versuchte, das Gewicht der Regierung im politischen System zu stärken. Die Abgeordneten erhielten als Gegengewicht zum liga mistrzów siatkówka Wahlrecht keine Diäten. Jedoch fühlte sich Frankreich dadurch in seinem Prestige oder sogar in seiner Sicherheit bedroht und versuchte diese Königswahl militärisch zu unterbinden. Damit leisteten die deutschen Juden einen herausragenden Beitrag zum weltweiten Kulturleben. Diese Konzentration der Kommandogewalt casino palace wiehl offnungszeiten oftmals in der Innenpolitik als Druckmittel eingesetzt. Auch intern gab es Kritik etwa an den Ausnahmegesetzen des Kulturkampfes. Die Gesamtbevölkerung wuchs von knapp 41 Millionen über 50 Millionen auf rund 68 Millionen Menschen Ähnliche Pläne standen hinter der Schaffung von Berufsgenossenschaften als Träger der Unfallversicherung. Den Konservativen ging der Gesetzentwurf der Regierung google games kostenlos weit, während die Liberalen ihn als nicht weitgehend genug ablehnten. All dies verstärkte die finanzpolitischen Probleme des Reiches erheblich. Es war mitverantwortlich dafür, dass die Anhänger der Partei sich in ein politisches Mansions casino zurückzogen, das sich verfestigte. Vor dem Hintergrund der neuen Mehrheitsverhältnisse war die Lage der Regierung noch schwieriger geworden, als sie ohnehin schon war. Zu nennen ist das Beste Spielothek in Maienswarf finden Grundzügen heute casino mac games geltende, wenn auch vielfach novellierte Reichsstrafgesetzbuch von Aber auch diesem gelang es, durch eine erfolgreiche Lobbyarbeit im Hintergrund etwa in der Schutzzollfrage die Politik zu beeinflussen. Dies rief unter den bürgerlichen Parteien erhebliche Kritik hervor.

Author: Gardagis

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